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    09.11.2017

    Jesidinnen im Irak - Lesung und Diskussion mit Cathy Otten in Husum

    Cathy Otten liest am 9. November im Husumer Rathaus aus ihrem Buch "With Ash on Their Faces: Yezidi Women and the Islamic State"

    Im August 2014 griff der sogenannte Islamische Staat im Norden des Irak die religiöse Minderheit der Jesid*innen an, richtete Männer hin und nahm Tausende von Frauen in Gefangenschaft. Die britische Autorin Cathy Otten berichtet seit Jahren über diese ethnische und religiöse Minderheit. In ihrem neu­en Buch erzählt sie die Geschichte von jesidischen Frauen, die in die Fänge des IS geraten sind, und von ihren mutigen Fluchtgeschichten. Das Buch erläutert das Erstarken des IS im Irak, die Schutzlosig­keit der Jesid*innen und den Mut, den die Frauen während ihrer Gefangenschaft bewiesen haben.

    Die Lesung findet statt am Donnerstag, den 9. November 2017 um 18 Uhr

    im Rathaus Husum, Ratssaal (1. Stock)

    Zingel 10, 25813 Husum

    Die Lesung findet auf englisch mit deutscher Übersetzung statt und wird von Irene Dulz begleitet.

    Cathy Otten ist Autorin und Journalistin. Seit 2013 lebt sie im kurdischen Norden des Irak. Sie berich­tet über den Krieg mit dem IS, die Flüchtlingskrise und die politischen und sozialen Entwicklungen des Landes.

    "With Ash on Their Faces: Yezidi Women and the Islamic State" erschien im Oktober 2017. Im Laufe ihrer mehrere Tausend Jahre alten Geschichte wurden die Jesid*innen von vielen Seiten bedroht. Nach der US-amerikanischen Invasion im Irak 2003 und den damit einhergehenden UN-Sanktionen brach insbesondere die wirtschaftliche Grundlage komplett zusammen. Seit dem Erstarken des IS be­droht dieser die Jesid*innen aus religiösen Gründen. Der IS beschreibt das Volk als „Heiden und Teu­felsanbeter“, die „nicht berechtigt seien, im Kalifat zu leben“. Sie wären „weniger wert als Christen und eigentlich keine Menschen.“ Um sich vor Vergewaltigungen zu schützen, halten Jesidinnen die Traditi­on aufrecht, sich Asche ins Gesicht zu reiben, um weniger attraktiv zu wirken. Die größte Diasporage­meinschaft der Jesiden lebt heute in Deutschland.

    Einige der in ihrem Buch porträtierten Frauen konnten zu ihren Familien zurückkehren, doch die Inte­gration der Frauen in den Alltag bleibt schwierig: „Auch wenn wir heiraten oder uns verlieben... es wird immer dieses kaputte Etwas in uns geben.“

    Veranstalter: Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e. V. und Projekt „Westküste Ahoi!“ in Zusammenar­beit mit dem Kreis Nordfriesland, der Flüchtlingsbeauftragten des Kirchenkreises Nordfriesland und der Fachstelle Migration im Diakonischen Werk Husum

    Anmeldung und Informationen: Flüchtlingsrat SH, Projekt „Westküste Ahoi! – Vernetzung ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe im ländlichen Raum“, Tel. 0431-735000, westkueste.ahoi(at)frsh.de

    Das Projekt „Westküste Ahoi!“ wird gefördert durch Aktion Mensch und die Robert-Bosch-Stiftung.

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