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    21.09.2022

    Geflüchtete als Fachkräfte erkennen und unterstützen

    Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen und interdisziplinäre Expert*innen diskutieren die Integration von geflüchteten Fachkräften in den schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt.

    Der Fachkräftebedarf ist groß – das wird auch in Schleswig-Holstein immer spürbarer. Allen voran die Bereiche Erziehung, Pflege, Gastronomie und das Handwerk suchen händeringend nach qualifiziertem Personal.

    Als ein Teil der Lösung wird Zuwanderung aus dem Ausland diskutiert und die gezielte Anwerbung von ausländischen Fachkräften politisch gefördert und forciert. Geflüchtete, die schon in Deutschland leben, werden in der Debatte um den Fachkräftebedarf häufig nicht mitgedacht.

    Im Rahmen der Fachveranstaltung „Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein – Ressourcen Geflüchteter erkennen und heben“ am 20.09.2022 in Kiel wurden vor diesem Hintergrund ihre Potenziale in den Fokus gerückt.

    Bei der Veranstaltung haben Beiträge aus der Forschung und aus Arbeitgebendennetzwerken sowie praktische Beispiele guter Integration in Betrieben Chancen und Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration geflüchteter Fachkräfte aufgezeigt. 

    Über hundert Teilnehmende waren der Einladung der Netzwerke „Mehr Land in Sicht! – Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“ und des „Beratungsnetzwerk Alle an Bord! – Perspektive Arbeitsmarkt für Geflüchtete“ gefolgt. Beide Netzwerke werden gemeinsam koordiniert vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein und dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein koordiniert.

    „Viele geflüchtete Fachkräfte, die sich in ihren Heimatländern qualifiziert haben, leben schon lange in Deutschland, sprechen inzwischen gut Deutsch und sind auf der Suche nach einer qualifizierten Beschäftigung. Andere mussten ihre Bildungs- und Berufsbiographien durch die Flucht unterbrechen, sind aber motiviert, sich hier zu Fachkräften zu entwickeln“, betont Özlem Erdem-Wulff, Koordinatorin im Netzwerk Mehr Land in Sicht. Tabea von Riegen von der Koordination des Beratungsnetzwerkes Alle an Bord! ergänzt: „Neben der Anwerbung ausländischer Fachkräfte dürfen diese Menschen als potentielle Fachkräfte nicht aus dem Blick geraten. Es müssen dafür aber insbesondere aufenthaltsrechtliche und bürokratische Hürden weiter abgebaut werden.“

    Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein eröffnete die Fachveranstaltung mit einem Grußwort, dankte den Berater*innen der Netzwerke für ihre wichtige Arbeit und betonte: „Wir als Land brauchen Fachkräfte. Aber vor allem brauchen die Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen, hier eine Perspektive. Integration in Bildung und Arbeit kann eine solche Perspektive bieten. So können wir helfen und uns dabei selber helfen“.

    In ihrer Key-Note zeigte die Arbeitsmarktforscherin des Deutschen Institut für Wirtschaft (DIW), Frau Dr. Cardozo Silva, auf, dass die Einmündung Geflüchteter in Beschäftigung zunehmend gut gelingt: „Das Monitoring des BAMF zur Bildungs- und Erwerbsmigration zeigt, dass 2021 die Zahl der Menschen aus Asylherkunftsstaaten, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, im Vergleich zum Vorjahr um circa 20 Prozent gestiegen ist. Dennoch hat die Corona-Pandemie gezeigt, dass es weiterhin Maßnahmen braucht, um Arbeitsverhältnisse weniger vulnerabel zu machen“, so die Wissenschaftlerin.

    Kai von Lengerke vom NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge der DIHK stellte dar, dass Unternehmen bei der Integration von Geflüchteten zwar vor Herausforderungen stehen, diese aber überwindbar sind. Dies machte sie an zahlreichen positiven Beispielen deutlich. Sie ermutigte Betriebe, die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten zu nutzen.

    Martin Stellmacher, technischer Bereichsleiter der Firma Heinz Puls GmbH, hat gute Erfahrungen mit dem Einstellen von geflüchteten Fachkräften gemacht. Befürchtete Sprachbarrieren konnten mit der Unterstützung der im Netzwerk „Alle an Bord!“ angebotenen Sprachtrainings schon in der Einarbeitungsphase gesenkt werden. „In dem auf den konkreten Bedarf angepassten Kleingruppentraining konnten die neuen Mitarbeitenden die nötigen Fachbegriffe lernen und sind inzwischen gut eingearbeitet und integraler Bestandteil des Teams“, freut sich Stellmacher.

    Das Beispiel zeigt, wie gut die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter gelingen kann. Es zeigt auch, dass dabei eine bedarfsgerechte Unterstützung eine große Rolle spielt. Efrem Tesfay, Berater der ersten Stunde im Beratungsnetzwerk „Alle an Bord!“ legte dar, wie wichtig es ist, ergebnissoffen und orientiert am individuellen Bedarf der Geflüchteten zu beraten, um sie auf ihren eigenen Wegen zu begleiten. Mohammed Abo Talep, Berater im Netzwerk „Mehr Land in Sicht!“  ergänzte, dass Berufserfahrungen und Abschlüsse, die Geflüchtete aus ihren Heimatländern mitbringen, häufig nicht wertgeschätzt oder anerkannt werden: „Arbeitgeber*innen entgehen so Chancen auf wertvolle neue Mitarbeiter*innen“.

    In der abschließenden Podiumsdiskussion kam auch eine geflüchtete Fachkraft – und ehemalige Teilnehmerin der Beratung des Netzwerks „Mehr Land in Sicht!“ – zu Wort. Mit ihr diskutierten u.a.  Vertreter*innen des Wirtschaftsministeriums, des Landesamts für Zuwanderung und Flüchtlinge, der Bundesagentur für Arbeit, des Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge bestehende Bedarfe in Schleswig-Holstein.

    Es wurde aus diesen diversen Perspektiven deutlich, dass viele Zahnräder an vielen Stellen ineinandergreifen müssen und eine entsprechend gute Abstimmung der Akteure nötig ist, damit Geflüchtete als Fachkräfte erfolgreich in den Arbeitsmarkt münden können. Einigkeit bestand darin, dass die Potentiale Geflüchteter noch stärker erkannt und sichtbar gemacht werden sollten. Dafür gibt es trotz schon erreichter Veränderungen weiterhin Bedarf an strukturellen Verbesserungen sowohl im Hinblick auf die Zugänglichkeit und Attraktivität von Arbeitsplätzen in Unternehmen als auch bei den gesetzlichen und administrativen Zugangsbedingungen. Die seitens der Bundesregierung angekündigten Öffnungen der Zugänge zu Sprachkursen bedürfen entsprechender Kapazitäten an Sprachkursangeboten und qualifizierten Lehrkräften, forderten die Diskutierenden mit Blick auf die Landespolitik.

    Pressekontakt:

    Astrid Willer, Koordinatorin des Beratungsnetzwerks Alle an Bord! – Perspektive Arbeitsmarkt für Geflüchtete beim Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e. V, alleanbord(at)frsh.de, T. 0431/55685363, Sophienblatt 82-86, 24114 Kiel

    Weitere Informationen:
    www.mehrlandinsicht-sh.de
    www.alleanbord-sh.de

     

    Die Netzwerke „Mehr Land in Sicht – Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“ und „Alle an Bord! – Perspektive Arbeitsmarkt für Geflüchtete“ bieten gemeinsam in ganz Schleswig-Holstein Beratung für Geflüchtete an, die eine Ausbildung, Weiterbildung, Arbeit oder Studium suchen. Die Berater*innen vor Ort unterstützen Geflüchtete bei der Orientierung im deutschen Arbeitsmarkt, bei der Entwicklung von eigenen beruflichen Perspektiven, der Suche nach geeigneten Arbeits- und Ausbildungsstellen, der Bewerbung, aufenthaltsrechtlichen Fragen und vielem mehr. Die Beratung wird von heterogenen Teilprojektträgern der Netzwerke angeboten: von der Handwerkskammer Lübeck, der Zentralen Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten (ZBBS e. V.), Umwelt Technik Soziales (UTS e. V.), der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Flensburg (bequa) und dem Kreis Schleswig-Flensburg.

    Das Beratungsnetzwerk Alle an Bord! ist seit Januar 2022 Teil des Landesprogramms Arbeit 2021 – 2027. Das Landesprogramm Arbeit 2021 – 2027 wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Landes Schleswig-Holstein kofinanziert. 

    Das Netzwerk Mehr Land in Sicht! wird bis Ende September 2022 im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund im Handlungsschwerpunkt „Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen (IvAF)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Ab Oktober 2022 wird das Netzwerk möglicherweise unter dem Namen BOAT – Beratung.Orientierung.Arbeit.Teilhabe im Rahmen der Förderrichtlinie WIR – Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt weiter Geflüchtete beraten.

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