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    22.03.2007

    Forderung nach voller Teilhabe an schulischer Bildung auch für Flüchtlinge

    Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein unterstützt die Kritik des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Bildung, Muñoz, und fordert umfassende Konsequenzen!

    Das bundesdeutsche Bildungssystem benachteiligt und grenzt aus. Kinder, die in Armut leben, Kinder mit Flucht- und Migrationshintergrund und Kinder mit Behinderungen werden diskriminiert.

    Insbesondere ist es für Mädchen, Jungen und junge Erwachsene mit unsicherem Aufenthaltsstatus nahezu unmöglich, angemessen an der regelschulischen Bildung teilzuhaben. Nach Beendigung der Schulpflicht ist der Übergang in Weiterbildung und Ausbildung nahezu verschlossen.

    Mädchen und Jungen mit aufenthaltsrechtlicher “Duldung” müssen sich mehr anstrengen, bessere Leistungen bringen, mehr Motivation zeigen und ernten oft Verbote und Ausschluss.

    Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein fordert von der Bundes- und Landesregierung:

    -           Gleichberechtigter Zugang für bleiberechtsungesicherte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu Bildungseinrichtungen, insbesondere zu den Regelschulen unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus!

    -           Optimierung und Anpassung der Schulformen und Inhalte an die Bedürfnisse sozial benachteiligter, bleiberechtsungesicherten Kinder.

    -           Wertschätzung der Mehrsprachigkeit der Flüchtlingskinder und konzeptionelle Einbindung in den Schulunterricht!

    -           Bildung ist ein Menschenrecht!

    Keine Abschiebung aus Kindergärten und Schulen.

    Keine Abschiebung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

    gez. Silke Dietrich, Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V., lis@frsh.de
     

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