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    18.09.2007

    Flüchtlingsrat und lifeline-Vormundschaftsverein fordern volle Anwendung der UN-Kinderrechtskonvention.

    Autoren-Lesung mit Umeswaran Arunagirinathan.

    Anlässlich des Weltkindertages am 20. September führt der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Kinderflüchtlingsverein lifeline e.V. und Anderen eine Lesung mit dem Autoren Umeswaran Arunagirinathan durch.

    Der ''Vormundschaftsverein für Kinderflüchtlinge in Schleswig-Holstein - lifeline e.V.'' und der Flüchtlingsrat fordern anlässlich des Weltkindertages nachdrücklich, die bis dato bestehende Vorbehaltserklärung Deutschlands gegen eine vollständige Anwendung der UN-Kinderrechtskonvention zurückzuziehen. Dieser deutsche Vorbehalt gegen Teile der seit ihrer Unterzeichnung auch für die Bundesrepublik verbindlichen völkerrechtlichen ''Kinder- und Jugendschutz-Konvention'' schafft auch für Kinderflüchtlinge in Schleswig-Holstein zahlreiche Lücken, die für die jungen Menschen Alltag und Perspektivenentwicklung nachhaltig behindern. Kinder- und Jugendschutz gelten gegenüber dem Asyl- und Ausländerrecht weiterhin als nachrangig. Entwurzelte, verstörte, häufig von Gewalterlebnissen traumatisierte Minderjährige gelten auf Grundlage des Vorbehaltes hierzulande wie Erwachsene rechtlich als asylmündig. Sie müssen i.d.R. ohne besondere Betreuung in Lagern und Gemeinschaftsunterkünften für erwachsene Flüchtlinge leben, haben kein Recht, eine Ausbildung zu machen und sind meist chancenlos im Asylverfahren.

    Doch regelmäßig besteht aber bei den im Bundesland ankommenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, nachdem sie Kriegsgewalt oder anderen Überlebensnöten entkommen sind, ein besonderer Betreuungsbedarf. Dies leisten in Schleswig-Holstein der Verein lifeline e.V. und zahlreiche ehrenamtlich engagierte private Vormünderinnen und Vormünder (www.lifeline-frsh.de).

    Der Referent der Lesung am 20. September in der Kieler Universität, Umeswaran Arunagirinathan, war fünf, als 1983 auf Sri Lanka der blutige Bürgerkrieg zwischen den Tamil Tigers (LTTE) und der singhalesischen Regierung beginnt. Zu seinen frühen Kindheitserinnerungen gehören Gespräche darüber, wie man das Land am besten verlassen und wohin man flüchten könnte. “Man war immer in Lebensgefahr. Die meisten Menschen wollten nur weg.” 1991 vertraut seine Mutter den Zwölfjährigen der Obhut eines sog. Schleppers. Nach acht Monaten gelangt das Kind dann über Colombo, Singapur, Togo, Benin, Ghana, Nigeria und Spanien nach Frankfurt und schließlich in Hamburg zu seinem Onkel. Umeswaran Arunagirinathan studiert heute Medizin in Lübeck. Auch nach 17 Jahren Aufenthalt in Deutschland ist sein Bleiberecht noch nicht gesichert.

    In mehreren Veranstaltungen liest der heute 29-jährige aus seiner spektakulären Biografie “Allein auf der Flucht - Wie ein zwölfjähriger tamilischer Junge nach Deutschland kam” (Konkret-Verlag HH) und berichtet über die Hintergründe und Stationen seiner Flucht, aber auch die Situation von Kinderflüchtlingen und jungen Ausländern in Deutschland.

    Donnerstag 20. September 2007, 18.30 - 20.30 Uhr
    CAU, Hörsaal in der Alten Mensa ("Hebbelhörsaal"); Olshausenstraße 75, Kiel

    Der Eintritt ist frei.

    VeranstalterInnen:

    • Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V., Kiel
    • Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, Kiel
    • amnesty international Hochschulgruppe CAU Kiel
    • zbbs, Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V., Kiel
    • Jugendliche ohne Grenzen SH, Kiel
    • lifeline, Vormundschaftsverein im FRSH, Kiel



    Kontakt und Information: Andrea Dallek, Flüchtlingsrat SH, T. 0431-735 000, projekt(at)frsh.de

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