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    07.11.2017

    Diktatoren als Türsteher Europas – Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert

    Christian Jakob am 7. November 2017, 18 Uhr, im Kieler Landeshaus

    Europa zieht seine Grenzen durch Afrika. Migrationskontrolle ist in der EU zu einer Frage von höchster innenpolitischer Bedeutung geworden. Mit Hochdruck baut die EU daher ihre Beziehungen zu den Regierungen auf dem afrikanischen Kontinent aus. Diese sollen ihre Bürger*innen daran hindern, nach Europa zu gelangen. Die EU bietet dafür Militär- und Wirtschaftshilfe in Milliardenhöhe. Sie arbeitet mit Regimen zusammen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, und bildet deren Polizei und Armeen aus. Die Bewegungsfreiheit in Afrika wird eingeschränkt, Entwicklungshilfe wird umgewidmet und an Bedingungen geknüpft: Wer Migrant*innen aufhält, bekommt dafür Geld. Am meisten profitieren IT-Unternehmen sowie Rüstungs- und Sicherheitskonzerne in Europa.

    Seit Jahren recherchiert Christian Jakob zusammen mit seiner Kollegin und Ko-Autorin Simone Schlindwein zu diesem Thema. Ihr Buch ist die erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Afrikapolitik.

    Christian Jakob, Jahrgang 1979, hat in Bremen und Mailand Soziologie, Volkswirtschaft und Philosophie studiert. In Berlin, Buenos Aires und Delhi studierte er Global Studies. Seit 2006 ist er Redakteur der taz, zuerst bei der taz Nord in Bremen, dann im taz1-Ressort in Berlin, seit 2014 ist er Reporter. Für seine Berichterstattung zur Asylpolitik wurde er 2015 für den Journalist*innenpreis „Der lange Atem“ nominiert.

    Christian Jakobs Buchvorstellung und Vortrag sind Teil der Reihe „Wertewandel? Die Abschottung Europas gegen Schutzsuchende“, die noch bis Dezember im Landeshaus stattfindet.

    Weitere Termine:

    21. November 2017: Dr. Tankred Stöbe, Ärzte ohne Grenzen: „Europa riegelt ab – Humanitär-medizinische Konsequenzen für Flüchtende weltweit“

    30. November 2017: Salinia Stroux, Refugee Support Program Aegean: „Unsicherheitsfaktor Griechenland – Flüchtlinge im europäischen Transit“

    19. Dezember 2017: Judith Gleitze, Borderline Europe: „Der lange Arm der Abschottung – Situation von Geflüchteten auf Sizilien“ und Michael Schwickart, Sea-Watch: „Zivile Seenotrettung von Flüchtenden und die Kriminalisierung von Rettungsorganisationen“

    Alle Veranstaltungen der Reihe finden von 18 bis 21 Uhr im Kieler Landeshaus, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel statt.

    Anmeldung

    Büro des Beauftragen für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein

    Monika Buttler

    Karolinenweg 1

    24105 Kiel

    Tel. 0431 988-1291

    E-Mail: Monika.Buttler(at)landtag.ltsh.de

    Die Teilnahme ist kostenlos.

    Weitere Informationen unter www.frsh.de

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