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    17.10.2017

    Anforderungen an eine humane, bildungspolitisch kluge und arbeitsmarktaffine Flüchtlingspolitik

    Stellungnahme der Täger des Netzwerks "Mehr Land in Sicht! - Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein" zu bestehenden bundespolitischen Handlungsbedarfen zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten.

    Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein  koordiniert seit 2002 landesweite heterogene Netzwerke zur arbeitsmarktlichen Integration von Geflüchteten in Schleswig-Holstein, seit 2008 in Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband SH. Derzeit engagieren wir uns gemeinsam in der Steuerung des durch die ESF-Integrationsrichtlinie Bund im Programm Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen (IvAF) geförderten Netzwerk Mehr Land in Sicht! – Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein[1].

    Mehr Land in Sicht! vernetzt relevante Akteure der Ausbildungs- und Arbeitsförderung, Weiterbildungs- und Sprachkursträger, Unternehmensorganisationen sowie Migrations- und Integrationsfachdienste, die in unserem Bundesland Angebote für die Zielgruppen aufenthaltsgestatteter und geduldeter Flüchtlinge mit Arbeitsmarktzugang machen. Die Vermittlungsergebnisse sind beeindruckend[2]. Das schleswig-holsteinische Netzwerk befindet sich mit bundesweit 41 anderen IvAF-Netzwerken, die ebenfalls auf eine gute Bilanz[3] bei der erfolgreichen Vermittlung von Teilnehmer*innen verweisen können, im regelmäßigen Austausch. Martin Link vertritt Mehr Land in Sicht! in der regelmäßig beim BMAS tagenden 10-köpfigen Steuerungsgruppe des IvAF-Förderprogramms.

    Fragen um die Zukunft der Flüchtlingsaufnahme und zielgruppenspezifischer Integrationsförderung sind aktuell bundesweit einmal mehr in den Fokus politischer und medialer Diskussionen geraten.

    Nach unseren Informationen werden im Februar 2018 nicht zuletzt auf Initiative einiger Bundesländer Gespräche zwischen Bundeskanzleramt und den Ministerpräsidenten*innen der Bundesländer stattfinden. Im Mittelpunkt wird dabei vor allem die Integration und Förderung von Menschen stehen, die sich noch im Asylverfahren befinden oder aufenthaltsrechtlich geduldet werden. Nach Verlauten soll im Kern darüber verhandelt werden, inwieweit es gelingen kann,

    • Aufenthaltsrechtssicherheit für geflüchtete Menschen in Ausbildung, Studium und Beschäftigung herzustellen,
    • sicherzustellen, dass berufliche Qualifizierungsmaßnahmen und Aktivitäten zur  Anerkennung von in Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen auf Grundlage gesicherten Aufenthalts abgeschlossen werden können, sowie
    • berufsvorbereitende Maßnahmen des SGB III für alle Asylsuchenden und geduldeten Menschen zu öffnen.

    Mit beigefügtem Positionspapier nehmen wir zu fortbestehenden, eine nachhaltige Integration von Geflüchteten erschwerende Strukturschwächen und den aus unserer Sicht diesbezüglichen dringenden arbeitsförderungs- und aufenthaltsrechtsrechtspolitischen Handlungsbedarfen Stellung.


    [1]          www.mehrlandinsicht-sh.de

    [2]          Zwischenbilanz "Aspekte gelungener Integration", 9-2017: http://bit.ly/2fABGU8

    [3]          Profilpapier der IvAF-Netzwerke, 8-2017: http://bit.ly/2fjPi9g


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