• Presseerklärung

    13.06.2019

    Landesregierung wortbrüchig?

    Flüchtlingsrat protestiert gegen die heute beschlossene Umwandlung der Landesunterkunft Neumünster in ein AnkER-Zentrum.

    Mit der Vereinbarung zwischen dem Bund und der Landesregierung Schleswig-Holstein scheint die bis dato kritische Bewertung des Kieler Innenministeriums zu den in Bayern schon seit Jahren berüchtigten Lagern nicht mehr zu gelten.

    Noch am Dienstag beimOpens external link in new window Runden Tisch von Nichtregierungsorganisationen mit der Innenministerkonferenz (IMK) hatte des Ministers Namensvetterin Katharina Grote vom Bayerischen Flüchtlingsrat dem Vorsitzenden der IMK, Minister Hans Joachim Grote, die Bayerische Wirklichkeit geschildert: "Die Asylsuchenden werden uninformiert und unvorbereitet in die komplexen und für sie kaum durchschaubaren Asylverfahren getrieben."

    "Damit, ausgerechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge künftig auch in Neumünster mit der Asylverfahrensberatung zu beauftragen, macht die Landesregierung den Bock zum Gärtner", beschwert sich Martin Link, Geschäftsführer beim Flüchtlingsrat SH. Die schon heute in AnkER-Zentren anderer Bundesländer festzustellenden Folgen seien zahlreiche Fehlentscheidungen in den Schnellverfahren der Asylbürokratie und massenweise Anrufungen der Gerichte. Zudem erleben die Unterstützer*innen nicht nur in Bayern, dass die soziale Isolierung der Geflüchteten hinter Kasernenmauern ihnen Zugänge zu qualifizierter Sprach- und Arbeitmarktförderung und damit der Möglichkeit Integrationsleistungen zu erlangen, verbaut.

    "Dass darüber hinaus die Massenunterbringung von Geflüchteten in für Dritte kaum zugänglichen Lagern in der Öffentlichkeit rassistische Vorurteile befördert, dürfte dem Innenminister bekannt sein", mahnt Martin Link.

    Der Flüchtlingsrat fordert, regelmäßige Zugänge für Unterstützer und Integrationförderangebote im AnkER-Zentrum Neumünster zu ermöglichen und eine behördenunabhängige Verfahrensberatung innerhalb des Lagers zu gewährleisten.


    gez. Martin Link, Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V., public(at)frsh.de, T. 0431 55685360, www.frsh.de

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