• Presseerklärung

    09.12.2021

    „Für eine inklusive und wertschätzende Gesellschaft ohne Diskriminierung“

    Shabdiz Mohammadi aus Flensburg erhält den Preis Leuchtturm des Nordens 2021 des Flüchtlingsrats Schleswig-Holstein.

    Seit 17 Jahren verleiht der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein am 10. Dezember, dem Internationalen Menschenrechtstag, den Leuchtturm des Nordens. Dieser Preis für herausragendes Engagement in der Solidaritätsarbeit geht in diesem Jahr an Shabdiz Mohammadi (26), der 2015 aus Afghanistan nach Schleswig-Holstein geflohen ist.

    Die Verleihung des in diesem Jahr mit 1.000 Euro dotierten Preises erfolgt am Freitag, den 10. Dezember um 11°° Uhr im Fernsehstudio des Opens external link in new windowOffen Kanals Schleswig-Holstein, Hamburger Chaussee 36, in Kiel.

    Shabdiz Mohammadi lebt seither in Flensburg. Und dort ist er in höchstem Maße umtriebig  in der Flüchtlingssolidaritätsarbeit, in sozialen Projekten und im Engagement für einen besseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    Shabdiz Mohammadi war dem Flüchtlingsrat von zahlreichen Vertreter*innen aus der bürgerschaftlichen Flüchtlingshilfe, aus Parteien, aus Kirche und Sportvereinen Flensburgs als diesjähriger Preisträger des Leuchtturms des Nordens vorgeschlagen worden.

    Shabdiz sei ein ganz besonders würdiger und verdienter Preisträger des Leuchtturms des Nordens 2021, heißt es in dem Vorschlagsschreiben: “Seit seiner Ankunft bis zum heutigen Tag hat Shabdiz einer großen Anzahl an Menschen persönlich geholfen und innerhalb Flensburgs viel bewegt. Er verkörpert nicht nur auf persönlicher Ebene das, was gemeinhin als ‘gelungene Integration’ bezeichnet wird, sondern setzt sich für eine inklusive und wertschätzende Gesellschaft ohne Diskriminierung ein, in der Menschenrechte geachtet werden und alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit Platz finden.”

    „Der Vorschlag hat uns sehr beeindruckt“, erklärt Martin Link, Geschäftsführer beim Flüchtlingsrat SH. Die Preisverleihung reagiere ganz bewusst auch auf einen öffentlichen Diskurs, dessen Protagonist*innen sich darin gefallen, regelmäßig und zunehmend auch angesichts der hinreichenden Fluchtgründe von Menschen aus Afghanistan, die Aufnahme von Geflüchteten als eine Last zu diskreditieren. „Shabdiz Mohammadi steht exemplarisch dafür, wie groß und vielfältig die Beiträge sind, die Geflüchtete in die bundesdeutsche Einwanderungsgesellschaft einbringen“, betont Link und folgert: "Unser diesjähriger Preisträger demonstriert in besonderer Weise, wie dringend angezeigt und auch für die Gesellschaft bedarfsgerecht ein Afghanistan-Landesaufnahmeprogramm wäre."

    Für Shabdiz Mohammadi führen für Geflüchtete ggf. bestehende gute Aufnahmebedingungen und gleichermaßen vorhandene konkrete Teilhabemöglichkeiten in eine gesellschaftliche win-win-Situation: „Mein ehrenamtliches Engagement hat nicht nur anderen, sondern auch mir selbst bei meiner eigenen Integration geholfen. Es hat mir geholfen in Flensburg anzukommen. Es gab mir das Gefühl, nützlich zu sein, und vor allen Dingen, handeln zu können – das gab mir die Möglichkeit, mich ein Stück weit aus der eigenen Ohnmacht und Hilflosigkeit zu befreien.“ Dabei sei sein Engagement kein Selbstzweck, erklärt Mohammadi: „Ich engagiere mich und habe angefangen mich zu engagieren, weil ich die Notwendigkeit in der Situation gesehen habe. Es ist für mich keine Option wegzuschauen.“

    Lara Engelhardt vom Kollektiv Afrodeutscher Frauen - KOA hält die Laudatio auf den Preisträger. Die Laudatio wird traditionell durch die Preisträger*in des Vorjahres gehalten.

    Die Übergabe des Leuchtturms des Nordens 2021 erfolgt durch Kirstin Strecker und Hasmik Matevosyan vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein.

    Der Leuchtturm des Nordens wird vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein seit 2005 alljährlich am 10. Dezember, dem Internationalen Menschenrechtstag, an Personen oder Gruppen verliehen, die sich in beispielgebender Weise für in Schleswig-Holstein lebende Geflüchtete, gegen Diskriminierung und für die Durchsetzung der Menschenrechte engagieren.

     

    Die diesjährige Verleihung des Leuchtturms des Nordens findet statt im Rahmen der Veranstaltung „BLICK ZURÜCK NACH VORN“, bei der sich aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein e.V. Akteur*innen der schleswig-holsteinischen Solidaritätsarbeit und Integrationsförderung sowie  Landespolitiker*innen in den Austausch über künftige flüchtlings- und einwanderungspolitische Handlungsbedarfe begeben werden.

    Die Veranstaltung wird life gestreamt, aufgezeichnet und später im Fernsehbprogramm des Offenen Kanals ausgestrahlt. Interessierte können die Veranstaltung im Internet life mitverfolgen: https://www.oksh.de/ki/sehen/kiel-tv-livestream-2-2/

     

    Fotos und Interviews sind im Anschluss an die Preisverleihung vor Ort möglich.

    Download Pressefotos: Leuchtturm des Nordens und Shabdiz Mohammadi

    Pressekontakt: Martin Link, T. 0431-5568 5640, public(at)frsh.de

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