• Presseerklärung

    11.03.2019

    Flüchtlingsopfer in Boostedt bleiben Geheimsache der Berichterstattung?!

    Zur KN-Berichterstattung:

    Binnen drei Monaten 117 Straftaten, die Betroffenen werden nicht zu Wort gelassen.

    KIEL/BOOSTEDT. Die Kieler Nachrichten (KN) berichteten am 11.3.2019 u.a. auf ihrer Titelseite über 117 Straftaten im Boostedter Ausreisezentrum. Besonderes Augenmerk legte die KN dabei auf die Tatverdächtigen der „Flüchtlingskriminalität“. Im Kommentar von Bastian Modrow auf Seite 2 heißt es: „Es ist unstrittig, dass rechte Gruppen nur auf Gelegenheiten lauern, die gesellschaftliche Diskussion um kriminelle Flüchtlinge weiter anzuheizen.“ Die KN gibt sich jedoch keine Mühe, dieses Bild irgendwie zu relativieren. Wie man auf Seite 7 einer Statistik entnehmen kann, sind die Betroffenen von kriminellen Geflüchteten in der Regel selbst Geflüchtete. Der Großteil der angezeigten Taten findet in der Boostedter Landesunterkunft statt.

    Dass deckt sich mit den Ergebnissen des Bundeskriminalamtes, welches schon 2017 festhielt, dass Geflüchtete weitaus häufiger Opfer von kriminellen Geflüchteten werden, als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung vermuten lässt. „Bei den Zahlen der KN und der Polizei muss man sich wundern, dass die Kieler Nachrichten die Betroffenen nicht zu Wort kommen lässt“, erklärt Martin Link, Geschäftsführer beim Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, und folgert: „Hier ist mindestens von einem blinden Fleck im Auge der Berichterstattung auszugehen.

     

    gez. Martin Link, public(at)frsh.de, T.: 0431 55685360

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