• Presseerklärung

    16.11.2018

    Der Schutz vor Diskriminierung ist ein Menschenrecht!

    Zum Internationalen Tag der Toleranz am 16. November 2018

    Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e. V. und IQ Netzwerk Schleswig-Holstein fordern am Internationalen Tag der Toleranz mehr Sensibilität für Alltagsrassismus und Diskriminierung.

    Die Projekte des Handlungsschwerpunkts Interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierung im Landesnetzwerk Integration durch Qualifizierung Schleswig-Holstein (IQ Netzwerk SH) in Trägerschaft von Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e. V. und Paritätischer Wohlfahrtsverband gehen neue Wege, um über die vielfältigen Formen von Diskriminierung und über rechtlichen Schutz aufzuklären. Gemeinsam haben sie das „Wimmelbild Antidiskriminierung“ und dazu die Broschüre „Der Schutz vor Diskriminierung ist ein Menschenrecht!“ entwickelt.

    „Viele Menschen in Deutschland erleben allgegenwärtige Abwertung, Ausgrenzung oder Beleidigung, weil sie der vermeintlichen Norm der Mehrheitsgesellschaft nicht entsprechen“, beklagt Martin Link, Geschäftsführer beim Flüchtlingsrat SH. Diskriminierung stelle die basalen Voraussetzungen für eine von Vielfalt gekennzeichnete Gesellschaft, in der sich der soziale aber auch der wirtschaftliche Mehrwert der Einwanderungsgesellschaft entfalten kann, in Zweifel. Deshalb ist der Schutz vor Diskriminierung längst nicht nur ein individuelles Problemfeld.

    Diskriminierung findet in allen Lebensbereichen statt, tritt aber regelmäßig speziell im Arbeitsalltag auf. „Besonders Muslime erfahren oft, wie sich zunehmende Ablehnung sowie rechtpopulistische und rassistische Mobilisierung in einem gesellschaftlichen Rechtsruck ausdrücken“, erklärt Astrid Petermann, Projektleiterin im IQ-Landesnetzwerk SH. In der Gesellschaft bisweilen gepflegte Vorurteile und rassistische Zuschreibungen stehen allerdings im krassen Widerspruch zu den tatsächlichen beruflichen Integrationsleistungen der betroffenen Migrantinnen und Migranten.

    Damit sich Rassismus und Verächtlichmachungen von gesellschaftlicher Vielfalt nicht absehbar in zunehmender Diskriminierung von Menschen aufgrund der Religion, der Weltanschauung, des Geschlechtes, der sexuellen Identität, des Alters sowie einer Behinderung auswirken, engagiert sich das IQ Netzwerk SH u. a. mit landesweiten Informations- und Schulungsangeboten für Verwaltungen und Institutionen.

    Das in diesem Zusammenhang veröffentlichte Wimmelbild, zeigt vor der idyllischen Kulisse der Landeshauptstadt Kiel viele kleine aber gravierende Diskriminierungsszenarien. Allerdings sind, auch Anlaufstellen für rechtlichen Schutz, Beratung und Unterstützung im „Wimmelbild Antidiskriminierung“ versteckt. Wer weitere Informationen sucht, gelangt mit einem QR-Code ohne Umwege auf die Homepage des IQ Netzwerks SH. Die Begleitbroschüre klärt über die rechtliche und politische Tragweite der einzelnen Diskriminierungssituationen und Handlungsoptionen auf.

    Das Plakat und die Broschüre werden bald in den Alltag vieler Schleswig-Holsteiner*innen einziehen. Zum Beispiel in Schulen, in Behörden, in Büchereien und in Wartezimmern soll das Wimmelbild zu einer selbstkritischen Betrachtung einladen.

    Im Handlungsschwerpunkt Interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierung des IQ Netzwerks SH kooperieren die Projekte „diffairenz“ (Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.), „Mit Recht gegen Diskriminierung“ (Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein e. V.) und „Schulung zur Anerkennungsgesetzgebung“ (ZBBS e.V.)

     

    gez. Simone Ludewig, public(at)frsh.de, T.: 0431 55685360

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