• Presseerklärung

    28.06.2006

    Demonstration für den Verbleib der Familie Makitu aus Husum in Schleswig-Holstein.

    Flüchtlingsrat protestiert gegen Abschiebungen in die Demokratische Republik Kongo und fordert Bleiberecht.


    Herr Kisita Makitu lebt schon seit mehr als 10 Jahren, seine Ehefrau Antoinette seit 7 Jahren in Husum. Ihr gemeinsamer Sohn Jeremy ist drei Jahre alt, er wurde in Husum geboren und besucht dort den Kindergarten. Sieben Jahre lang war Herr Makitu berufstätig, die Familie war nicht von öffentlichen Geldern abhängig. Erst als die Ausreise der Familie erzwungen werden sollte, wurde die Arbeitserlaubnis entzogen und die Abhängigkeit von Leistungen der öffentlichen Hand durch diesen Verwaltungsakt wieder hergestellt.

    Die in Husum geplanten aufenthaltsbeendenden Maßnahmen werden stoßen angesichts der alltäglichen Medieninformationen über die Situation in der demokratischen Republik Kongo in der Öffentlichkeit auf größtes Unverständnis.
    Offenbar bergen schon allein die angekündigten Wahlen in dem afrikanischen Land so viel Unsicherheit und Gefahren, dass die Bundesregierung dazu Bundeswehrsoldaten dorthin entsendet.

    Gleichzeitig warnt das Auswärtige Amt am 28.06.2006 Reiselustige wie folgt:
    "Vor Reisen in die Demokratischen Republik Kongo wird gewarnt. Im Osten des Landes kommt es seit Jahren zu bewaffneten Auseinandersetzungen... Auch in anderen Regionen des Landes kann es nicht vorhersehbar zu gewalttätigen Unruhen kommen..." (vgl. www.auswaertiges-amt.de).

    Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein protestiert entschieden dagegen, dass im gleichen Atemzug die D.R. Kongo als ein Land anerkannt wird, in das Flüchtlingen die Rückkehr zugemutet wird, in dem Erwachsene, selbst Kleinkinder angeblich leben und überleben könnten, ohne dass ihnen Gefahr für Leib und Leben drohe.

    Den in der Unterstützung und Begleitung von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein Engagierten erscheint es unverständndlich, dass nach 10jährigem Aufenthalt und nachgewiesenen erheblichen Integrationsleistungen die Familie Makitu mit der Anrufung der Härtefallkommission scheiterte. Der Flüchtlingsrat fordert die zuständigen Behörden zu einer Neubewertung des Einzelfalls mit dem Ziel eines Bleiberechts für für Familie Makitu auf.

    Der Flüchtlingsrat begrüßt,

    • dass sich der Kreis von Unterstützerinnen und Unterstützern zusammengefunden hat, um sich für einen Verbleib der Familie in Husum stark zu machen.
     
    • dass der Unterstützungskreis in seiner Vielfalt gemeinsam für die Menschenrechte eintritt.


    Der Flüchtlingsrat fordert Bleiberecht für Familie Makitu und alle anderen langjährig in Deutschland geduldeten Flüchtlinge!

    Mehr Information: www.makitu.de

    gez. Silke Dietrich
    Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
    Tel.: 0431-735 000

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