• Presseerklärung

    10.01.2020

    Antifolterkommitee des Europarats kritisiert inakzeptable dänische Ausreisehaft

    Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein fordert Ministerpräsident Daniel Günther auf, dies bei seinem Wochenendbesuch bei der Regierung Dänemarks vom 10. bis 12. Januar in Kopenhagen anzusprechen.

    Massivste staatliche Missachtung der Menschenrechte mitten in Europa!
    Das Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe des Europarats hat einen Bericht zur menschenrechtlichen Lage in Dänemark veröffentlicht und kritisiert darin unsbesondere die Situation, die ausreisepflichtige Flüchtlinge im "gefängnisähnlichen" Lager Ellebæk zu erleiden hätten:

    Stinkende und schmutzige Toiletten. Eingeschränkte Möglichkeiten, an die frische Luft zu kommen (Frauen haben täglich nur eine halbe Stunde Hofgang). Keine Kontaktmöglichkeiten zur Familie. Selbstmordgefährdete Personen wurden nackt in ihre Zimmer geschlossen. Dabei sind die 136 Flüchtlinge keine Straftäter. Sie sind nur abgewiesene Asylsuchende.

    "Wir erwarten, dass Ministerpräsident Daniel Günther die unhaltbaren menschenrechtswidrigen Praktiken im Internierungslager Lager Ellebæk bei seinen heutigen Gesprächen mit der dänischen Staatsregierung thematisiert", erklärt Martin Link, Geschäftsführer beim Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Solche archaischen Inhaftierungspraktiken in unmittelbarer Nachbarschaft dürften von Schleswig-Holstein nicht unkommentiert bleiben, befindet Link.

    gez. Martin Link

    Zusammenfassung des Dänemark-Berichts des Europarats: https://rm.coe.int/168099685a
    Vollständiger Bericht: https://rm.coe.int/1680996859

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